Denkraum

Ideen für das 21. Jahrhundert

Das Bush-Desaster im Überblick

Verfasst von Markus Wichmann am 22. Februar 2008

The Legacy of George W. Bush

Zum Verständnis der tieferen Hintergründe empfehle ich “Ein Psychoanalytiker “inside the mind of President Bush”

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“Yes We Can” - das Video…

Verfasst von Markus Wichmann am 20. Februar 2008

…sollten Sie sich unbedingt mal anschauen, wenn Sie es noch nicht kennen.

Wenn es beim Abspielen hakt, können Sie es auch hier ansehen.

Eins ist klar: wenn meine Söhne Amerikaner wären, dann wären sie jetzt auch Teil der Bewegung. Ich selbst auch - vor 30, 40 Jahren.

Die 68er-Zeit lässt grüßen. Nun im Web2.0-Gewand.

Hier der Songtext:

It was a creed written into the founding documents that declared the destiny of a nation.
Yes we can.
It was whispered by slaves and abolitionists as they blazed a trail toward freedom.
Yes we can. Yes we can.
It was sung by immigrants as they struck out from distant shores
and pioneers who pushed westward against an unforgiving wilderness.
Yes we can. Yes we can.
It was the call of workers who organized;
women who reached for the ballots;
a President who chose the moon as our new frontier;
and a King who took us to the mountain-top and pointed the way to the Promised Land.
Yes we can to justice and equality.
(yes we can, yes we can, yes we can, yes we can…)

Yes we can to opportunity and prosperity.
Yes we can to opportunity and prosperity.
Yes we can heal this nation.
Yes we can repair this world.
Yes we can. Si Se Puede
(yes we can, yes we can, yes we can, yes we can…)

We know the battle ahead will be long,
but always remember that no matter what obstacles stand in our way,
nothing can stand in the way of the power of millions of voices calling for change.
We want change!
(We want change! We want change! We want change…)

We have been told we cannot do this by a chorus of cynics who will only grow louder and more dissonant.
We’ve been asked to pause for a reality check.
We’ve been warned against offering the people of this nation false hope.
But in the unlikely story that is America, there has never been anything false about hope. We want change!
(We want change! I want change! We want change! I want change…)

The hopes of the little girl who goes to a crumbling school in Dillon are the same as the dreams of the boy who learns on the streets of LA;
we will remember that there is something happening in America;
that we are not as divided as our politics suggests;
that we are one people;
we are one nation;
and together, we will begin the next great chapter in America’s story with three words that will ring from coast to coast;
from sea to shining sea - Yes. We. Can.
(yes we can, yes we can, yes we can, yes we can, yes we can, yes we can, yes we can, yes we can…)

“Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.” - Johann Wolfgang von Goethe, Faust I

Ich wünsche dem Projekt von ganzem Herzen viel Erfolg!

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Zeitbombe Staatsverschuldung - auch in den USA

Verfasst von Markus Wichmann am 20. Februar 2008

George W. Bush hat in den letzten fünf Jahren die Staatsverschuldung der USA unbekümmert um fast die Hälfte des gesamten damaligen Schuldenstandes anwachsen lassen.

“The cumulative debt of the United States in the past 5 completed fiscal years was approximately $2,767.8 billion, or about 30% of the total national debt of ~$9.25 trillion.” (US Treasury)

Nun tourt der Chef des U.S. Government Accountability Office (GAO), der oberste Buchhalter der Vereinigten Staaten, auf eigene Initiative durch die Lande und erläutert besorgt, warum die demografische Entwicklung auch in den USA eine tickende Zeitbombe ist. Während uns dies seit Schröders Agenda 2010 bewusst ist, befinden sich die USA noch weitgehend im demografischen Dornröschenschlaf. Auch im derzeitigen Wahlkampf hört man davon praktisch nichts.

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Next President: Barack Obama

Verfasst von Markus Wichmann am 20. Februar 2008

Nachdem Barack Obama auch die Vorwahlen in Wisconsin gewonnen hat, die neunten in Folge, scheint mir klar: wenn er nicht noch einen entscheidenden Fehler macht, wird er der nächste Präsident der Vereinigten Staaten.

Ähnlich wie einst John F. Kennedy versteht er es, selbstbewusst und mit großer Überzeugungskraft die jüngeren Amerikaner für sich und seine politischen Visionen zu gewinnen und sie zu mobilisieren. Weit inspirierender und mitreissender als Hillary Clinton bringt er seine Ideen unter die Leute und wird damit aller Voraussicht nach auch in den weiteren Vorwahlen erfolgreich sein. Dabei wird zunehmend ins Bewusstsein der Wähler treten, dass seine Wahlchancen gegen  den republikanischen Kandidaten John McCain weit besser sind als die von Hillary Clinton, die von etwa 45 Prozent der Amerikaner abgelehnt wird - vor allem von den männlichen.

Wie Gabor Steingart in seinen anregenden West Wing - Kommentaren denke ich auch, dass eine Präsidentin Clinton ein solider Standardwert wäre, um Steingarts Börsenmetapher aufzugreifen, während Obama in dieser Funktion ein reichlich spekulatives Papier ist. Ein hervorragender Redner ist keineswegs auch automatisch ein guter Präsident. Aber Obamas politische Vorstellungen gehen immerhin in die richtige Richtung und unterscheiden sich kaum von denen der Clintons.

Stellen wir uns also auf Obama ein. Als Kandidat der Demokraten hätte er den entscheidenden Vorteil,  dass es bei den eigentlichen Wahlen im November nicht zum dritten Mal in Folge eine Zitterpartie geben würde, und am Ende gewinnt vielleicht wieder ein Republikaner. Das allerdings wäre eine Katastrophe erheblichen Ausmaßes.

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Just Words…

Verfasst von Markus Wichmann am 20. Februar 2008

No Comment.

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Obama - Blase?

Verfasst von Markus Wichmann am 19. Februar 2008

Einen klugen Artikel zur Obama-Bewegung hat Gabor Steingart, Washington-Korrespondent des “Spiegel”, bei “Spiegel-Online” veröffentlicht. Er vergleicht den Aufstieg des Senators aus Illinois mit der New Economy. Hier die Einleitung:

Barack Obama erfüllt amerikanische Sehnsüchte: Der demokratische Präsidentschaftsbewerber verzaubert seine Anhänger mit Heilsversprechen, der Vision einer neuen Welt. Doch er wird die Wähler enttäuschen, wenn er je ins Weiße Haus einzieht. 

Eine drastische Prognose. Als Psychoanalytiker ist man da habituell zurückhaltender.  Aber es ist gut möglich, dass Steingart richtig liegt. Hier noch ein Ausschnitt aus seinem lesenswerten Artikel:

[F]ür Nachdenklichkeit ist kein Platz im Trubel der Obamania. Hillary Clinton, seine Rivalin im Kampf um die Nominierung, leidet unter denselben Problemen wie während des New Economy-Hypes die Traditionsfirmen der Auto- und Maschinenbauindustrie. Sie kommt mit seiner Anhängerschaft nicht mehr ins Gespräch. Sie nutzt Sprache, um zu erklären. Er nutzt sie, um zu berauschen. Sie sagt, ich habe. Er sagt, wir werden. Sie ist ein Standardwert, er ein Optionsschein. Sie ist mündelsicher, er eine Spekulation. 

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Obama zur Dynamik politischen Wandels

Verfasst von Markus Wichmann am 18. Februar 2008

Gewissermaßen als Kontrapunkt zum letzten Beitrag hier eine Redepassage Obamas über den Stellenwert von “Hoffnung” für politischen Wandel.

Ausgesprochen intelligent und weitgehend überzeugend.

Merkwürdigerweise erfährt man nun aber, dass ein guter Bekannter Obamas, Deval Patrick, Gouverneur von Massachusetts, vor zwei Jahren in seinem eigenen Wahlkampf eine wesentliche Passage dieser Rede exakt in den gleichen Worten verwendet hat.

Sie würden sich öfter mal kopieren, denn sie teilten das gleiche Weltbild, erklärte ein Sprecher Obamas den Vorgang.

Mmh. Geschmäckle?

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Obamamania

Verfasst von Markus Wichmann am 17. Februar 2008

Beschleicht auch Sie ein leichtes Unwohlsein, wenn Sie von der Massenbewegung hören, die Barack Obama in den Vereinigten Staaten derzeit aus der Taufe hebt, mit seiner einfachen, aber wirksamen Rhetorik? „Hoffnung“ und „Wandel“ heißen die Schlagworte, um die herum er seine Reden strickt. Mit der Attitüde des Erweckers trägt er sie vor - „Ja, wir schaffen es“ lautet der wieder und wieder verwendete Slogan, der seine enthusiastischen Anhänger in Begeisterungsstürme versetzt.

„Der Messias-Faktor - Barack Obama und die Sehnsucht nach einem neuen Amerika“ titelte der Spiegel vergangene Woche und nannte den Senator aus Illinois einen “Menschenfänger”. Ein komplett erneuertes Amerika, auf das sie alle wieder stolz sein können, verheißt er den Amerikanern, und ein wachsender Teil der liberalen Hälfte läuft ihm zu. Die andere, konservative Hälfte schart sich derweil um den 71jährigen Senator John McCain. Einen „American Hero“ nennen sie ihn gern, auch wenn er vielen von ihnen immer noch nicht konservativ genug ist.

Einige Journalisten in den USA beginnen, das Obama-Phänomen kritisch zu hinterfragen. Der Fernsehsender CNN brachte vergangenen Freitag einen kurzen Beitrag dazu:

Der Politblog „Crooks und Liars“ stellte gestern einige Ausschnitte aus den Zeitungsartikeln zusammen, die den Hintergrund des CNN-Beitrags bildeten. Während Blogartikel in „Crooks and Liars“ normalerweise 10 oder 20 Leserkommentare nach sich ziehen, sind es zu diesem bereits jetzt weit über 500, und mehr als 1000 Leser „diggten“ den Artikel.

Einige politische Kommentatoren, so hatte CNN berichtet, empfänden die Szenen, die sich in Obamas Wahlveranstaltungen abspielten, weniger „inspirierend“ - eine von Obamas Lieblingsformeln – als vielmehr “creepy”, also gruselig.  Dies Attribut geht auf einen Beitrag im Time-Magazine zurück, in dem es u.a. heißt,

„[T]he message is becoming dangerously self-referential. The Obama campaign all too often is about how wonderful the Obama campaign is.“

„Obama’s Super Tuesday victory speech“ sei ein klassisches Beispiel für das rhetorische Genre, mit dessen Hilfe man sich zu einer Kultfigur stilisiert, analysierte die Washington Post:

„Its effect was electric, eliciting a rhythmic fervor in the audience — to such rhetorical nonsense as ‘We are the ones we’ve been waiting for. (Cheers, applause.) We are the change that we seek’.”

“Unglücklich das Land, das Helden nötig hat” lässt Brecht den Galilei sagen. Allemal nach der Bush-Ära ist Amerika wohl so ein Land. Die republikanische Hälfte seiner Bürger sammelt sich hinter dem Kriegsveteranen McCain. Eine von dessen Lieblingsvokabeln ist „proud“ - es gibt offenbar wenig in seinem Leben, worauf John McCain nicht stolz ist. Der Fernsehauftritt, in dem Arnold Schwarzenegger seine Unterstützung für McCain verkündete, gemeinsam mit dem früheren New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, war ebenfalls „creepy“, wenn auch mit deutlich komischem Einschlag: Alle drei platzten schier vor Stolz, als sie sich vor laufenden Kameras gegenseitig versicherten, echte „American Heros“ zu sein - jeder auf seine Weise.

Wenn die liberale, demokratische Hälfte der Amerikaner nun mehrheitlich einem Politiker folgt, der sich zu einer Kultfigur mit messianischen Zügen stilisiert, so ist dies ebenso unglücklich. Die massenpsychologische Dynamik ist eine ganz ähnliche. Der visionäre “Menschenfänger” verspricht, dass alles besser werden wird, wenn man ihm nur folgt. Der „Held“ hat seine außergewöhnlichen Qualitäten nach dem Urteil seiner Anhänger bereits bewiesen. Beide Varianten drängen zur pauschalen, kritiklosen Gefolgschaft. In beiden Fällen wird die tiefe Sehnsucht der Menschen ausgebeutet, sich identifizieren zu können mit ihrem Land, wieder stolz zu sein auf Amerika. Diese Verheißung verkörpert die charismatische Führerfigur.

Die Suche nach politischer Orientierung wird so in die Sphäre mächtiger Gefühlsströmungen hineingezogen. Emotionen sind in Wahlkampfzeiten gewiss immer mit im Spiel. Mit “des Gedankens Blässe” allein werden Wahlen nicht gewonnen. Aber je messianischer die Rhetorik und je kultfördernder die Kampagne, desto unreflektierter die politische Urteilsbildung. Wenn Menschen massenweise ihren Geist aufgeben und sich von ihren Gefühlen forttragen lassen, und es geht dabei um Politik, so ist dies immer ein Grund zur Sorge.

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Wissen online: nach dem “Spiegel” der “Brockhaus”

Verfasst von Markus Wichmann am 14. Februar 2008

Die “größte kostenfreie Recherche-Datenbank im deutschsprachigen Internet” ist seit heute online.

SPIEGEL WISSEN liefert Ihnen mit einer einzigen Suchabfrage Bertelsmann-Lexikoneinträge, Wikipedia-Treffer und alle Artikel aus dem SPIEGEL-Archiv von 1947 bis heute (…) - 1,6 Millionen Artikel und Einträge von SPIEGEL, SPIEGEL ONLINE, manager magazin und der Bertelsmann-Tochter Wissen Media Group. Als Partner mit an Bord: die freie Enzyklopädie Wikipedia mit ihrer deutschsprachigen Ausgabe. Konkret bietet Ihnen SPIEGEL WISSEN:

  • Das Archiv des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL bis zur Gründung 1947 zurück - komplett und kostenlos. (Nur die jeweils letzten beiden Ausgaben bleiben kostenpflichtig.)
  • Alle Inhalte von SPIEGEL ONLINE
  • Einträge von Wikipedia sowie der Lexika und Wörterbücher von Bertelsmann
  • Eine Video- und Bildermediathek”

Hier als Beispiel die Abfrageergebnisse zu den Stichworten “Psychoanalyse” und “Hirnforschung”.  Auch die bisher kostenpflichtigen “Spiegel-Dossiers” sind nun integriert.

Eine hilfreiche Ergänzung ist die Merkliste, in der - nach Registrierung - interessierende Einträge aus der Recherche individuell gespeichert werden können.

Einen Überblick über sämtliche Funktionen findet man hier.

In diesem Zusammenhang ist die Nachricht interessant, dass auch Brockhaus sein Lexikon Mitte April kostenlos online zur Verfügung stellen will - und dass die derzeitige 21. Auflage der großen Brockhaus Enzyklopädie vermutlich die letzte sein wird.

“Die Marktanalysen zeigen eindeutig, dass die Kunden künftig Sachinformationen in erster Linie online nachschlagen werden”, begründet ein Unternehmenssprecher laut einem Artikel der Frankfurter Rundschau die weitreichende strategische Neuausrichtung bei Brockhaus. “Die 21. Auflage der ‘Brockhaus Enzyklopädie” war voraussichtlich die letzte - ab jetzt findet alles online statt.” In dem Internet-Angebot sollen gemäß der FR neben den erweiterten Inhalten der “Brockhaus Enzyklopädie” auch zahlreiche weitere Lexika des Verlags abrufbar sein.

Hier äußert sich der Brockhaus-Chef selbst zu den einschneidenden Veränderungen.

Laut Wikipedia “wurde Gutenbergs Buchdruck 1997 vom US-Magazin Time-Life zur bedeutendsten Erfindung des zweiten Jahrtausend gewählt, und 1999 kürte das amerikanische A&E Network den Mainzer zum ‘Mann des Jahrtausends’.”

Ein ganz heißer Kandidat für das laufende Jahrtausend ist dieser Mann.

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Thema “Gewalt”: Wissenschaften in Erklärungsnot

Verfasst von Markus Wichmann am 23. April 2007

Aus dem Osterurlaub zurück befasse ich mich im PsychoNeuro-Blog mit der Frage, weshalb sich die Psychologie und andere einschlägige Wissenschaften immer noch so schwer tun mit der Erklärung von individuellen und kollektiven Gewaltakten.

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