… mal wieder ein wenig Lyrik

Mein Phänomen

Wir Menschen lieben klare Sachen,
wir streben nach Eindeutigkeit.
Ein sich’res Bild will man sich machen,
das einfach, nützlich und gescheit.

Dem keine Zweifel innewohnen,
das wahr von falsch trennt, gut von schlecht,
sich fügt in unsere Denkschablonen
und ist stets völlig sachgerecht.

Wie anders nun mein Phänomen…

Es lässt sich kaum beschreiben –
ach, könntest Du ’s doch einmal sehen
in seinem wilden Treiben.

Das Phänomen bewegt sich viel,
leicht wie ein Schwalbenschwanz.
Oft wechselt es dabei sein Ziel –
ein Schmetterling im Tanz.

Es hat dies jugendliche Flair,
irgendwie alterslos.
Kommt meistens eher leger daher,
bisweilen burschikos.

Ein zarter Hauch von Anarchie
umweht den bunten Falter,
beflügelt sanft die Phantasie
in jedem Blütenalter.

Wenn, sollte sich das so ergeben,
es mal in Deine Nähe schwebt,
wie würde es Dich gleich beleben –
auf’s Feinste wärst Du angeregt.

Gefühle, die Du längst vergraben,
sie blühten plötzlich wieder auf.
Ein Jungbrunnen für ält’re Knaben?
Vielleicht. Du wärst verdammt gut drauf…

Ihr habt nun manches schon verstanden
von mir und meinem Phänomen.
Ich hoff‘, es kommt mir nicht abhanden,
ich möcht‘ es gern bald wiedersehen.

Doch lebt es schrecklich weit entfernt
von dort, wo ich jetzt wohne.
Falls Ihr es einmal kennenlernt,
in Köln, grüßt mir _ _ _.

M.W.

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