„Auszug aus dem Register der 927 ewigen Wahrheiten“ (Sheldon B. Kopp)

In den 1970er Jahren war das Buch „Triffst du Buddha unterwegs…“ des amerikanischen Psychotherapeuten Sheldon B. Kopp eine Art Kultbuch. (Ein anderes Kultbuch in jener Zeit, also vor etwa 40 Jahren, war Pirsigs „Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten“.)

Im Anhang fand sich ein „Auszug aus dem Register der 927 (oder waren es 928?) ewigen Wahrheiten“, vom Verfasser auch als eschatologischer Waschzettel“ bezeichnet (zuerst erschienen in: Voices 6, Nr. 2 (Herbst 1970) S.29). 

Ob es an dem Orkan liegt, der gerade über Deutschland hinwegfegt – jedenfalls kam mir das heute wieder in den Sinn. Obwohl es sich jenseits jeglicher Politik im engeren Sinn bewegt, nehme ich es hier mit auf, sozusagen in einer Rubrik „mal ganz was anderes…“ .

Falls Sie annehmen sollten, ich würde die folgenden Statements auch allesamt für „ewige Wahrheiten“ halten: dies ist nicht der Fall. Diejenigen Aussagen, denen ich zustimmen würde, habe ich kursiv gesetzt.

1. Dies ist es!

2. Es gibt keinen verborgenen Sinn.

3. Es gibt nur hier und jetzt und keinen anderen Ort, wo du hingehen kannst.

4. Wir sterben schon, und wir werden lange tot sein. [Wenn man die unaufhaltsam und unumkehrbar vergehende Lebenszeit metaphorisch als „sterben“ versteht, kann man jedoch nur zustimmen.]

5. Nichts ist von Dauer.

6. Du kannst nicht alles bekommen, was du haben willst.

7. Du kannst nichts haben, solange du es nicht loslässt.

8. Du kannst nur behalten, was du weggibst.

9. Es gibt keinen besonderen Grund dafür, dass du einige Dinge, die du ersehnst, einfach nicht erreichst.

10. Die Welt ist nicht unbedingt gerecht. Gut zu sein zahlt sich oft nicht aus, und es gibt keine Entschädigung für Unglück.

11. Du hast die Verantwortung, trotzdem dein Bestes zu tun.

12. Es ist ein zufälliges Universum, dem wir da Sinn geben.

13. Du hast nichts wirklich unter Kontrolle.

14. Du kannst niemanden zwingen, dich zu lieben.

15. Keiner ist stärker oder schwächer als irgend ein anderer.

16. Jeder ist auf seine Art verwundbar.

17. Es gibt keine großen Menschen.

18. Wenn du einen Helden hast, sieh noch mal hin: du hast dich selbst irgendwie kleiner gemacht.

19. Jeder lügt, betrügt, tut so als ob (ja, du auch, und höchstwahrscheinlich ich selbst).

20. Alles Böse ist potentielle Vitalität, du musst es nur umsetzen.

21. Alles an dir ist etwas wert, wenn du es nur besitzt.

22. Fortschritt ist eine Illusion.

23. Man kann das Böse hierhin und dahin schieben, aber nie ausrotten, denn alle Lösungen brüten neue Probleme aus.

24. Trotzdem ist es notwendig, weiter zu kämpfen und auf die Lösung hin zu arbeiten.

25. Die Kindheit ist ein Nachtmar.

26. Aber es ist so schwer, ein selbständiger pass-auf-dich-selbst-auf-denn-es-gibt-keinen-anderen-der-es-für-dich-tut-Erwachsener zu sein.

27. Jeder von uns ist letztlich allein.

28. Die wichtigsten Dinge muss jeder für sich selbst tun.

29. Liebe ist nicht genug, aber sicher hilft sie.

30. Wir haben nur uns selbst und einander. Das ist vielleicht nicht viel, aber mehr gibt es nicht.

31. Wie seltsam, dass es so oft all das wert zu sein scheint.

32. Wir müssen in der Unsicherheit teilweiser Freiheit, teilweiser Macht und teilweisen Wissens leben.

33. Alle wichtigen Entscheidungen müssen auf der Basis unzureichender Daten gefällt werden.

34. Und doch sind wir verantwortlich für alles, was wir tun.

35. Entschuldigungen werden nicht angenommen.

36. Du kannst weglaufen, aber du kannst dich nicht verstecken.

37. Es ist sehr wichtig, alle Sündenböcke abzuschaffen.

38. Wir müssen die Kraft erkennen, die darin liegt, mit unserer Hilflosigkeit zu leben.

39. Dein einziger Sieg liegt in der Hingabe an dich selbst.

40. Alle wichtigen Schlachten trägst du in dir selbst aus.

41. Du bist frei, zu tun, was immer du willst. Du musst nur bereit sein, die Konsequenzen zu tragen.

42. Was weißt du eigentlich…sicher?

43. Lerne, dir selbst zu vergeben, wieder und wieder und wieder und wieder und wieder…

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