Das Israel-Gedicht von Günter Grass…

… rief im April 2012 weltweit Empörung hervor. Gleich nach seiner Veröffentlichung unterzog ich es im Denkraum einer eingehenden Analyse und Kritik. Das Besondere dieser Analyse war die vorgängige Decodierung der zahlreichen Einzelaussagen, die Grass in seinem Prosagedicht in höchst verschachtelter Form verpackt hatte. Ich schrieb damals:

Der Sache angemessen ist allein eine am realen Grass-Text mit seinen zahlreichen Thesen, Behauptungen und Argumenten und an den sonstigen Fakten orientierte differenzierte Interpretation und Beurteilung des Gedichts. Grundlage einer kritischen Analyse muss zunächst der Textgehalt sein – das, was in “Was gesagt werden muss” tatsächlich gesagt wird. Um dem näher zu kommen und die mühsam verschachtelte (Prosa-) Gedichtform des Literaturnobelpreisträgers lesbarer zu machen, wird der Text hier in einem ersten Schritt zu einer erläuternden und bewertenden Kommentierung zunächst in Prosaform wiedergegeben. (…)

Gedichttypische Satzbauformen wurden an einigen Stellen um der besseren Verständlichkeit willen einem Prosatext angepasst, ohne jedoch den propositionalen Aussagegehalt zu verändern. Den gesamten Text habe ich unter inhaltlichen Gesichtspunkten in 5 Abschnitte unterteilt, die in weiteren Blogbeiträgen auf ihren Wahrheitsgehalt hin geprüft und auf dieser Grundlage kommentiert werden.

Eine vergleichbare Analyse des israel-kritischen Gedichts von Grass, nämlich dessen Aufschlüsselung in Einzelaussagen und deren Untersuchung auf ihren jeweiligen Wahrheitsgehalt, ist mir nicht bekannt. Die Textanalyse wurde bis heute immer wieder rezipiert, daher weise ich aus Anlass des Todes von Günter Grass noch einmal darauf hin.

Ausserdem:
  • Kaum siebzig Zeilen, weltweite Empörung – FAZ, 14.04.2015
    • „Was gesagt werden muss“, die politische Intervention von Günter Grass in Zeilenform, sorgte im April 2012 für weltweite Aufregung: Repliken, Stellungnahmen – und eine entlarvende Interpretation.
  • Die Grass-Würdigungen der Neuen Zürcher Zeitung (13. & 14.04.2015):
  • Durch Günter Grass habe ich verstanden, was Literatur bedeutet – Rosarote Zeilen, 13.04.2015
    • Eine ziemlich außergewöhnliche Liebeserklärung an Günter Grass von Evelyn Rosar (30, Single, Berlin)
    • „Ich habe Angst, dass Literatur jetzt tot ist. Denn Günter Grass ist tot. – Mit verlaufener Schminke und verquollenen Augen sitze ich auf der Arbeit und versuche zu erklären, warum es so schlimm ist, dass ein 87-jähriger Mann gestorben ist. (…) Durch ihn habe ich verstanden, was Literatur ist, welche Macht Worte haben. Wer das Wort hat, hat die Macht. Wer schreiben kann, ist mächtig. Und ja, er war mächtig, jedes einzelne seiner Worte haut mich um. Meine Mitschülerinnen haben sich 2002 mit 17 im Normandie-Urlaub in den 20-jährigen Kellner verliebt. Ich habe mich in den 74-jährigen Günter Grass verliebt. In jeden endloslangen Satz auf 819 Seiten ‚Blechtrommel‘.“
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