Das NBC-Interview mit Edward Snowden

Edward Snowden hat der amerikanischen Fernsehgesellschaft NBC ein ausführliches Interview gegeben, das der Sender am 28. Mai 2014 ausstrahlte. Hier das Video mit dem kompletten Interview, so wie es von NBC gesendet wurde.

Ein hochintelligenter junger Mann, der genau weiß, was er tut. Und dass er das Richtige tut. Eindrucksvoll – sehr zu empfehlen.

Ich wurde den Gedanken nicht los, dass Edward Snowden in mancherlei Hinsicht mit Martin Luther vergleichbar ist – und fand dieses Interview mit der Pastorin und ehemaligen Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Antje Vollmer:

Siehe auch:
Vorheriger Beitrag
Nächster Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

5 Kommentare

  1. Scheinbar fehlt Brian Williams der notwendige Hintergrund für die „richtigen“ Fragen. Die vielen Widersprüche in Snowdens Darstellungen passierten einwandslos. Beispiele:
    1. „…I did no harm to anyone…“ Warum dann seine Flucht und die Aufruhr?
    2. „…I was surprised, I ended up in Russia…“ Die US überwacht alles, vermisst aber die Einreise ihres angeblichen Topspiones in Hong Kong? Sie hätten ihn dort aufhalten können – nicht gegen den Willen Chinas, die wollten ihn aber nicht, was gegen die Qualität seiner Informationen spricht.
    3. „…the US gets more valuable intelligence from IT systems (like Prism), than from people…“ Daran arbeitete er selbst nach eignen Aussagen seit 9/11. Rund ein Jahrzehnt danach ruft er jetzt empört: „Oh my god – they can do all this…!?“ Entweder WAR/IST er eingeweiht, oder nicht. Man stelle sich einen Formel I. – Konstrukteur vor, der nach einem tödlichen Unfall vorgibt: „Hätte ich gewusst, das meine Wagen wirklich so schnell sind, dass sie ihre Fahrer töten können, hätte ich mich nicht daran beteiligt.“ Lächerlich!
    4. „…as I rose in the this job, i saw the lies…“ Er startet also eine Karriere in Spionage und brauchte 10 Jahre um zu erkennen, dass Lügen und Rechtsbrechung die Stützpfeiler dieser Arbeit sind? Mit dieser Naivität findet man bei der CIA keinen Job.
    5. Er spricht über die Umstände des Iraq-Krieges wie ein getäuschter BILD-Leser; wiederum: entweder war er ein Beteiligter, oder doch so ahnungslos wie wir alle, dann hatte er auch nicht die Position, die er vorgibt (und die er nie exakt bezeichnet). Sein „Sinneswandel“ beinhaltet Motive, die gerade zu den Grundlagen nachrichtendienstlicher Tätigkeit gehören.
    6. „…I don’t speak russian…“ Bei der Gelegenheit wurde er nicht gefragt, welche Fremdsprachen er spricht, die Vorraussetzung für einen Analysten-Job.
    7. Er spricht über sein Zuhause und Familie, als wäre er zum ersten mal längere Zeit weg.
    Nach eigenen Angaben aber bevorzugte er das Umherreisen und das süße Leben in der Ferne.
    8. Seine schriftlichen Bedenken an seine Dienststelle waren rein rechtlicher Natur, was nicht in seinem Kompetenzbereich lag. Selbstverständlich wurde er abgewiesen oder vertröstet.
    So sieht für mich kein Held aus, sondern eher ein naiver selbstgefälliger Opportunist, der sich verkalkulierte. Dass er seine einzigsten verbliebenen Karten spielt, kann man ihm nicht verübeln.

    Antworten
    • Markus Wichmann

       /  30. Mai 2014

      1. Weil er – obwohl er nach seinem Urteil „das Richtige tat“ – gegen die Gesetze der USA verstoßen und eine hohe Strafe zu befürchten hat.
      2. Seine Reise war in Russland zuende, weil er seinen bereits gebuchten Weiterflug nach Lateinamerika nicht mehr antreten konnte. Sein Pass war ihm von den amerikanischen Behörden entzogen worden.
      3. Snowdens gewann im Laufe dieser 10 Jahre immer mehr Erkenntnisse über die illegalen NSA-Praktiken. Irgendwann entschied er, den dornigen Weg eines Whistleblowers zu gehen.
      4. Auch Luther und Gandhi mussten zunächst einmal die persönliche Erfahrung gravierender Missstände machen, bevor sie sich mutig und öffentlich dagegen stellten.
      5. Diese Zuspitzung der beiden genannten Alternativen ist falsch. Dieses „entweder – oder“ existiert nicht. Es gibt weitere Möglichkeiten.
      6. Der Gesprächskontext legte diese Frage nicht nahe. Es ging darum, wie er sich in Russland fühlt.
      7. Dies ist kein Widerspruch. Man kann das Leben in der Ferne und das Umherreisen lieben und dennoch darunter leiden, im Exil zu leben, also seine Familie und Freunde gar nicht mehr sehen zu können.
      8. Dies bezieht sich auf die eine Mail, die seitens der amerikanischen Behörden veröffentlicht wurde. Snowden behauptet, es gäbe weitere, nicht veröffentlichte Mails.

      „So sieht für mich kein Held aus, sondern eher ein naiver selbstgefälliger Opportunist, der sich verkalkulierte.“

      Nach meinem Eindruck neigen Sie – vgl. Ihre anderen Kommentare in diesem Blog – zu äußerst zugespitzten Schwarz-Weiß-Urteilen. Haben Sie nach dem Interview und angesichts der tatsächlichen Gegebenheiten wirklich den Eindruck, Herr Snowden sei naiv, selbstgefällig und ein Opportunist? Er müsste dann ein merkwürdig selbstdestruktiver Opportunist sein.
      .

      Antworten
  2. Hallo Herr Wichmann,
    Die Snowden Affäre habe ich in unserem Blog schon seit Beginn des Medienrummels nonkonform kommentiert. Das Interview bestätigt meine Analyse, die auf Kenntnisse nachrichtendienstlicher Protokolle und Wahrscheinlichkeiten beruht. Dafür habe ich Beispiele gezeigt – kein detailliertes Plädoyer der Anklage. Es sind Denkanstöße für andere kritische Betrachter, mit denen man sich objektiv befassen kann oder nicht. Ob Sie oder Ihre Leser Snowden jedes Wort abnehmen, oder ob er heilig gesprochen wird, ist für mich kein Problem, ich habe da keine Eisen im Feuer.

    „Nach meinem Eindruck neigen Sie – vgl. Ihre anderen Kommentare in diesem Blog – zu äußerst zugespitzten Schwarz-Weiß-Urteilen.“ Ich könnte flacher schreiben und mich in Grauzonen bewegen – was aber meinen Prinzipien widerspricht. Ich freue mich über Kritik, verlange aber Syllogismen und Argumente.

    Antworten
    • Markus Wichmann

       /  30. Mai 2014

      @alphachamber: Könnten Sie einen Link zu Ihrer Snowden-Analyse in Ihrem Blog senden? Ich habe dort (kursorisch) nichts finden können. Besten Gruß, MW

      Antworten
  3. Herr Wichmann, gerne.
    Dieser Link behandelt den Gesamtaspekt der NSA/PRISM Affäre:
    http://liberalerfaschismus.wordpress.com/2013/07/30/die-geheimen-dienste-was-die-nsa-von-den-chinesen-lernte/ Er ist etwas umfassend, erklärt aber einiges hinsichtlich der öffentlichen Reaktion und allgemeinem Unverständnis der Materie (inzwischen hat die Kanzlerin ja auch eingestanden, von ihrer Abhörung gewusst zu haben).

    Den ersten Kommentar nach seiner Flucht hatten wir veröffentlicht unter einer satirischen Perspektive. Wir nahmen das Essay komplett heraus, weil es zu sehr von unserem Standard abwich. Den s a c h l i c h e n Teil des Textes jedoch, habe ich gespeichert. Wenn Sie mir eine e-mail Adresse nennen, werde ich Ihnen diesen senden.
    Nette Grüße

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: