Ein kurzer Führer durch Thomas Pikettys „Capital in the Twenty-First Century“

Der Blogger Matthew Yglesias hat bei Vox eine Einführung in das viel diskutierte Buch des französischen Ökonomen Thomas Piketty veröffentlicht, einen „Short Guide to Capital in the 21st Century“. Hier meine Übersetzung.

Thomas Pikettys Capital in the Twenty-First Century ist das wichtigste ökonomische Buch des Jahres, wenn nicht des Jahrzehnts. Es ist 696 Seiten lang, aus dem Französischen übersetzt, gefüllt mit tiefgehenden Analysen einzigartiger Daten und mit methodologischen Nebenbemerkungen, zudem angereichert mit Seitenblicken auf Romane des 19. Jahrhunderts. Die Lektüre bedeutet also eine ganz schöne Plackerei.

[Als ergänzende Anmerkung des Übersetzers zum Lektüreerlebnis hier die letzten Sätze einer ausführlichen Rezension von Branko Milanovic:

„Wenn man Pikettys Buch liest, ist es wirklich schwer, davon abzulassen und an etwas anderes zu denken. Man wird total absorbiert. Das ist wahrscheinlich das größte Kompliment, das ein Autor eines fast tausend Seiten umfassenden Sachbuchs (französische Ausgabe) je bekommen kann. Nehmen Sie das Buch nicht mit in den Urlaub – es würde ihn verderben. Lesen Sie es zuhause.“]

Die gute Nachricht ist: es gibt keine höhere Mathematik, und jeder, der sich die Zeit nimmt, kann das Buch lesen. Falls Sie aber in aller Kürze nur das Wesentliche [bottom line] wissen wollen – hier ist es.

Können Sie mir Pikettys Argumentation in vier Sätzen zusammenfassen?

  • Das Verhältnis von Vermögen [wealth] zu Einkommen [income] steigt in allen entwickelten Ländern.
  • Ohne außerordentliche Interventionen ist zu erwarten, dass dieser Trend anhält.
  • Wenn er anhält, wird die Zukunft so werden wie das 19. Jahrhundert, als die Wirtschaftselite ihr Vermögen überwiegend geerbt hatte, anstatt dafür zu arbeiten.
  • Die beste Lösung wäre eine koordinierte globale Initiative, Vermögen [wealth] zu besteuern.

Wer ist Thomas Piketty?

Thomas Piketty ist ein französischer Ökonom, der durch seine Zusammenarbeit mit Emmanuel Saez zum Thema Einkommensungleichheit im letzten Jahrzehnt zunehmend Beachtung fand. Die beiden Wissenschaftler waren die ersten, die Einkommenssteuerdaten der amerikanischen Finanzbehörden auswerteten um zu zeigen, wie ausgeprägt das Einkommen in den Händen nicht der oberen 10 bis 20 Prozent der Haushalte konzentriert war, sondern im oberen einen, 0,1 oder gar 0,01 Prozent aller Haushalte. Die gegenwärtige Debatte über Ungleichheit gründet sich im Wesentlichen auf die Agenda, die durch diese Arbeiten gesetzt wurde. In seinem neuen Buch verlässt Piketty dieses Forschungsprogramm jedoch weitgehend und konzentriert sich stattdessen auf Vermögensungleichheit.

Welche Behauptungen werden in „Capital in the 21st Century“ aufgestellt?

Die provozierende These von „Capital in the 21st Century“ ist, dass die kapitalistische Marktwirtschaft einschließlich des Wohlfahrtsstaats-Kapitalismus, wie er in Kontinentaleuropa praktiziert wird, letztendlich dazu führen wird, dass die Wirtschaft von denjenigen dominiert werden wird, die das Glück hatten, in eine Position ererbten Reichtums hineingeboren zu werden. Piketty argumentiert, dies sei im europäischen Wirtschaftsleben zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch der Fall gewesen, und diese Herrschaft ererbten Reichtums sei lediglich durch die Verwüstungen der beiden Weltkriege zerstört worden. Er prognostiziert, die Vereinigten Staaten und Kanada würden im 21. Jahrhundert an dem gleichen Problem [affliction] leiden.

Was ist Kapital?

In der ökonomischen Literatur sind verschiedene Begriffe von „Kapital“ im Umlauf. Piketty verwendet eine weite Definition, bei ihm ist Kapital einfach gleichbedeutend mit Vermögen [wealth]. Alle Aktien, Häuser und Barvermögen, die Menschen gehören, stellen Kapital oder Vermögen dar. Und Vermögen ist noch erheblich ungleicher verteilt als Einkommen. Während eine Einteilung der Gesellschaft in Besitzende und diejenigen, die für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen, eine allzu vereinfachende Betrachtungsweise wäre, ist eine derartige Beschreibung indes nicht gänzlich neben der Sache. In den Vereinigten Staaten beispielsweise besitzen 5 Prozent der Haushalte die Mehrheit des gesamten Vermögens, während die unteren 40 Prozent der Haushalte infolge ihrer Verschuldung Negativvermögen haben.

Hat das alles irgendetwas mit dem „Kapital“ von Karl Marx zu tun?

Ein wenig schon. Pikettys Analyse der ökonomischen Verhältnisse ist zwar eine andere als die von Karl Marx, aber er meint, dass Marx über das kapitalistische Wirtschaftssystem zurecht beunruhigt war.

Während des Kalten Krieges schien es so, als sei die Marxsche Behauptung, marktwirtschaftliche Gesellschaften würden von den Kapitaleignern dominiert, einfach falsch. Die Löhne der Arbeiterschaft waren hoch und stiegen weiter. Die Wirtschaftselite bestand weitgehend aus Managern oder qualifizierten Berufsgruppen wie Anwälten oder Ärzten, weniger aus Firmeninhabern. Eher galten Entrepreneure, die Unternehmen aufbauten, als typische Kapitalisten, nicht vermögende Erben. Die politische Debatte drehte sich weitgehend um Fragen des Wohlfahrtsstaates oder eines sozialen Sicherheitsnetzes für die ärmere Bevölkerung, nicht um die grundlegende Architektur des Kapitalismus.

Piketty sagt, dieser Zustand sei lediglich einem Zusammentreffen besonderer Umstände in der Nachkriegszeit geschuldet gewesen. Die Vermögen der Reichen waren durch zwei Weltkriege zerstört worden, es gab eine Große Depression sowie extreme finanzpolitische Maßnahmen wie Währungsreformen. Danach brachten einige Jahrzehnte raschen Wirtschaftswachstums eine Situation mit sich, in der neu verdientes Einkommen viel wesentlicher war als ererbtes Vermögen. Piketty kommt nun zu dem Schluss, im gegenwärtigen Umfeld langsamen Wirtschaftswachstums sei diese Tendenz beendet. Wenn nicht drastische Maßnahmen ergriffen werden, gehöre die Zukunft den Menschen, die von ihren Eltern große Vermögen geerbt haben.

Was sind die Schlüsselbegriffe und -konzepte Pikettys?

Die wesentlichen Größen bzw. Parameter, mit denen Piketty arbeitet, sind das quantitative Verhältnis von Vermögen zu Einkommen [wealth-to-income-ratio] und der Vergleich der Kapitalrendite (r in seinem Buch) mit dem nominalen Wirtschaftswachstums (g). Das quantitative Verhältnis des Vermögens zum Einkommen eines Landes ist einfach der Wert aller Vermögensgegenstände der Bürger im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt des Landes. Pikettys große empirische Leistung besteht darin, langfristige Datenreihen über das Verhältnis von Vermögen zu Einkommen für verschiedene Länder ermittelt und analysiert zu haben.

Die Kapitalrendite ist eine abstraktere Kennzahl. Wenn Sie 100 $ in ein Unternehmen investieren, und das bringt Ihnen 7 $ Einnahmen jährlich, dann ist Ihre Kapitalrendite 7 %. Piketty arbeitet mit der durchschnittlichen Kapitalrendite (r) aller bestehenden Investitionen. Eine zentrale Behauptung des Buchs ist, dass r zu allen Zeiten im Durchschnitt ungefähr 5 % beträgt. Die Wachstumsrate, die in diesem Zusammenhang von Bedeutung ist, ist die Steigerungsrate des gesamten Wirtschaftswachstums (g). Wenn also g kleiner ist als 5 %, dann wird das Vermögen der Reichen schneller wachsen als die Wirtschaft insgesamt. Tatsächlich lag g in den letzten Jahrzehnten unter 5 % und Piketty erwartet, dass dieser Trend anhält. Solange aber r > g, werden die Reichen im Verhältnis zu den Einkommenbeziehern immer reicher werden.

Was ist Pikettys zentrales Untersuchungsergebnis?

Der Großteil des Buchs ist einem eingehenden Blick auf die historische Entwicklung der Vermögensverteilung in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und Deutschland gewidmet, mit einigen Seitenblicken auf weitere größere Volkswirtschaften wie Italien, Kanada und Japan. Pikettys Analyse ergibt, dass das Vermögens-Einkommens-Verhältnis [wealth:income ratio] gegenwärtig hoch ist und weiter steigt. Sie zeigt außerdem, dass sich in den Ländern der Alten Welt eine sehr ausgeprägte U-Kurve findet: extrem hoch im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, sehr niedrig in der Mitte des 20. Jahrhunderts, dann wieder stark ansteigend seit 1980. Das Vermögens-Einkommens-Verhältnis in der Neuen Welt war anfänglich nicht so hoch wie in der Alten Welt (Sklavenhaltung war derart wertvoll, dass es einen Unterschied macht, wie man diese Form von „Kapital“ behandelt), daher ergibt sich dort ein etwas schiefes U, wobei das Verhältnis von Vermögen zu Einkommen in den Vereinigten Staaten gegenwärtig ein bislang ungekanntes Ausmaß erreicht.

Aber Piketty entdeckt außerdem, dass sich ein Anstieg des Vermögens-Einkommens-Verhältnisses nicht nur in den „ungleichheitsfreundlichen“ angelsächsischen Volkswirtschaften findet. Im Gegenteil ist in Ländern wie Frankreich und Italien, in denen das Wirtschaftswachstum traditionell eher niedrig ist, die Vermögensakkumulation besonders ausgeprägt. Zudem fand Piketty heraus, dass die Kapitalrendite in allen Ländern durchschnittlich 5 Prozent beträgt. Nicht zuletzt dieser Befund trägt zu seiner Überzeugung bei, die Dynamik in Richtung auf Vermögensungleichheit sei dem Kapitalismus inhärent und nicht von irgendwelchen wirtschaftspolitischen Maßnahmen abhängig.

Wie erklärt Piketty diese Befunde?

Pikettys ist überzeugt, wir sollten diese empirischen Befunde sehr ernst nehmen. Dass bestehendes Vermögen im Schnitt eine Kapitalrendite von ca. 5 % abwirft, beruht seiner Auffassung nach letztlich auf der Funktionsweise des Kapitalismus. Im Unterschied dazu wächst das gesamte Arbeitseinkommen in Höhe der Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts. Wenn r größer als g ist, wächst der Reichtum der Vermögensinhaber in seiner Gesamtheit stärker als die gesamten Arbeitseinkommen der Erwerbstätigen.

Da r normalerweise größer ist als g, wird die Kluft zwischen der Ertragskraft von Menschen, denen jede Menge Häuser und Aktien gehören, und der Ertragskraft derjenigen, die für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen, immer größer.

Wenn es so einfach ist, weshalb hat es dann vorher niemand bemerkt?

Piketty stellt dazu zwei Behauptungen auf. Zum einen habe man dies in der Viktorianischen und Edwardischen Zeit durchaus gewusst. Mit Hilfe vieler Beispiele aus Romanen des 19. Jahrhunderts weist er nach, dass etwas Ähnliches wie seine Auffassung der zentralen Bedeutung vererbten Vermögens die gängige Ansicht im Vorkriegs-Europa war. Sie war keineswegs nur unter Radikalen verbreitet, ungeachtet dessen, dass es in jener Zeit in Europa viel politischen Radikalismus gab. In den Büchern Jane Austens besteht das „Einkommen“ eines Mannes ganz selbstverständlich aus den Einnahmen, die er aus seinen ererbten Besitztümern bezieht, nicht aus einem Arbeitsentgelt.

Hinsichtlich seines zweiten Arguments räumt Piketty zunächst ein, dass die Lebenserfahrung der Menschen in vielen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts dem nicht entsprach. Der Erste Weltkrieg hatte bereits viel Vermögen zerstört und führte zu Inflation sowie zu einer sehr hohen Besteuerung. Dann kam die Große Depression, in der ebenfalls viel Reichtum ausgelöscht wurde. Es folgte der Zweite Weltkrieg, der ganz direkt noch erheblich mehr Vermögen zerstörte (es verbrannte z.B. buchstäblich bei Bombardierungen), und der zu noch extremeren kriegsbedingten finanziellen Verwerfungen führte. In der Nachkriegszeit kam es infolge des Wiederaufbaus Europas und der Freisetzung lange unterdrückter Konsumwünsche zu einer Periode raschen Wirtschaftswachstums. Erst in den letzten 20 bis 30 Jahren setzte sich die zugrundeliegende Dynamik wieder durch.

Warum ist dies wichtig?

Capital in the 21st Century knüpft an die bestehende Debatte über Einkommensungleichheit an und erweitert sie, indem geltend gemacht wird, dass diejenige wirtschaftliche Ungleichheit, auf die es ankommt, auf längere Sicht nicht die Lücke zwischen Menschen mit hohem und denjenigen mit niedrigem Arbeitseinkommen ist, sondern die Kluft zwischen den Menschen, die große Vermögen erben, und dem Rest.

Pikettys Vision einer klassenbetonten, neo-viktorianischen Gesellschaft, die von unverdientem Reichtum einer Elite vermögender Erben dominiert wird, richtet sich sowohl gegen liberale Vorstellungen einer gerechten Gesellschaft als auch gegen konservative Auffassungen darüber, wie eine dynamische Marktwirtschaft aussehen sollte. Marktorientierte Denker pflegen die Idee eines unternehmerischen Kapitalismus zu betonen, aber Piketty sagt, wir sind auf dem Weg zu einer Welt eines patrimonialen Kapitalismus, in dem die Forbes 400 – Liste nicht von den Gründern neuer Unternehmen dominiert wird, sondern von den Enkeln der heutigen Superelite.

Was ist zu tun?

Piketty möchte, dass sich die großen Volkswirtschaften zusammentun und eine maßvolle globale Vermögenssteuer [wealth tax] festsetzen. Eine globale Kooperation ist wünschenswert, um zu verhindern, dass die Reichen ihre Vermögenswerte einfach in Länder mit anderen Rechtsvorschriften verschieben. Wenn aber eine derartige intensive globale Kooperation nicht zustande kommt, sollten größere ökonomische Einheiten wie die Vereinigten Staaten oder die Europäische Union vorangehen mit Vermögenssteuern, Grundsteuern und anderen Bemühungen, die Macht des Reichtums einzudämmen.

Es ist schwer, sich vorzustellen, dass es tatsächlich zu der Art von internationaler Zusammenarbeit kommt, die Piketty empfiehlt. Zudem widerspricht sein Enthusiasmus für eine stärkere Besteuerung der Reichen der jahrzehntelang vorherrschenden Meinung der Ökonomen, die Menschen sollten ermutigt werden zu sparen und zu investieren. Viele, die Pikettys Analyse wichtig und zumindest teilweise überzeugend finden, stimmen dem von ihm vorgeschlagenen Heilmittel nicht zu.

Welches sind die wesentlichsten Schwächen von Pikettys Buch?

Es ist ein dickes Buch, das zahlreiche Ideen enthält, und daher gäbe es viele Erbsen zu zählen. Die größten Schwachpunkte beziehen sich auf Pikettys theoretische Analyse von r (Kapitalrendite) und g (Wachstumsrate).

Piketty sagt, dass r unabhängig von der Wachstumsrate durchweg rund 5 Prozent beträgt und liefert auch einigermaßen überzeugende Belege dafür, dass dies in der Vergangenheit zutraf. Aber die theoretische Basis für dieses Muster ist unklar, sodaß es eventuell nicht aufrechterhalten werden kann. Im Prinzip kann eine lang andauernde Wirtschaftsflaute zu einer gleichlaufenden Abschwächung der Kapitalrendite führen, was dann zu einer Stabilisierung des Vermögens-Einkommens-Verhältnisses führen würde. In diesem Fall wäre entweder alles in Ordnung, und falls nicht, so läge das daran, dass die Wachstumsrate zu niedrig ist, und nicht an einem steigenden Vermögens-Einkommens-Verhältnis.

Ein ähnliches Problem ist Pikettys Behandlung der Wachstumsrate. Politiker versprechen ständig, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Nach Pikettys Analyse würde wachstumsfördernde Politik der Entwicklung eines patrimonialen Kapitalismus entgegenwirken. Er ist jedoch der Ansicht, dass Wirtschaftswachstum von tiefgehenden strukturellen Faktoren angetrieben wird, die eher auf die demografische Entwicklung und auf technologischen Fortschritt zurückgehen als auf wirtschaftspolitische Maßnahmen. Diese Sichtweise vertritt er keineswegs allein (z.B. argumentierte Robert Gordon von der Northwestern Universität kürzlich in einem anderen Zusammenhang ganz ähnlich), aber sie ist zentral für die Schlussfolgerungen des Buchs, ohne dass sie im Text eingehend begründet wird.

Welche anderen Lösungen des von Piketty diagnostizierten Problems könnte es geben?

Der wirtschaftspolitisch einfachste Weg, um Pikettys Prophezeiungen abzuwenden, bestünde darin, die Wachstumsrate zu steigern. Jeder hat seine Lieblingsvorstellungen, wie man das machen könnte, aber der eleganteste Weg wäre, das Bevölkerungswachstum zu beschleunigen. Das Vorkriegs-Amerika war vor allem deshalb in geringerem Maße von den Reichen dominiert als Vorkriegs-Europa, weil die amerikanische Bevölkerung viel schneller wuchs. Maßnahmen zur Familienförderung oder liberalere Einwanderungsregeln könnten diesen Zweck erfüllen.

Wir könnten außerdem das Vermögenswachstum eindämmende Maßnahmen erwägen, die etwas enger maßgeschneidert sind als eine breite Vermögenssteuer (oder ein Weltkrieg).

Was könnte ich sonst noch lesen, wenn ich über das alles mehr wissen möchte?

Sehen Sie sich unsere Kollektion von Charts zu den zentralen empirischen Befunden Pikettys an. Darüber hinaus: Alles, was Rang und Namen hat [everyone who’s anyone], schreibt eine Rezension über das Buch. Wenn Sie eine gründlichere Auseinandersetzung mit Pikettys Thesen lesen wollen als eine der üblichen Reviews, dann wäre Branko Milanovics 20 Seiten umfassende Rezension im Journal of Economic Literature etwas für Sie. Ryan Avent hat im „Economist“ Pikettys ökonomische Ideen exzellent behandelt, und Jacob Hacker versucht im „American Prospect“, Pikettys Einsichten auf dem Feld der Politischen Ökonomie einzuordnen.

Von rechter Seite bemängelt Ryan Decker, Pikettys Arbeit sei mehr dem Bereich der Buchhaltung zuzuordnen als der Ökonomie, und James Pethokoukis argumentiert, seine Annahmen über die Zukunft seien unbegründet.

Siehe auch:
  • Thomas Piketty stellt die Fundamentalfrage – sehr gute Rezension von Markus Diem Meier im Blog „Never Mind the Markets“ des Schweizer Tagesanzeiger, 26.03.2014
  • The Right’s Piketty ProblemJ. Bradford DeLong über die Schwäche der Kritik an Pikettys Buch von Seiten der Rechten – Project Syndicate, 30.04.2014
  • Der Angriff der Financial Times auf Thomas PikettyJoseph Kishore – World Socialist Web Site, 28.05.2014
    • „Die Financial Times hat in den letzten Tagen in einer Reihe von Artikeln und einem Leitartikel am Montag den Ökonomen Thomas Piketty und sein Buch Kapital im 21. Jahrhundert auf gemeine Weise angegriffen.“
  • Europas Krisenpolitik: Merkels Politik nutzt nur dem Kapital Harald Schumann – Tagesspiegel, 29.05.2014
    • „Thomas Pikettys Buch trifft offensichtlich einen Nerv. Die Reichen werden reicher und die Armen ärmer. Doch die Politik macht alles nur noch schlimmer. Angela Merkels Krisenpolitik nutzt dem Kapital – und die Rettung des Euro bezahlen am Ende die Armen.“
  • Unequal at Any Speed? – Focal Point des Project Syndicate zur zunehmenden wirtschaftlichen Ungleichheit
    • „The 2008 financial crisis and its aftermath have focused widespread attention on economic inequality – all the more so because the gains from revived growth have accrued almost entirely to the rich. What explains persistent growth in wealth and income disparities, and how should governments, non-governmental organizations, businesses, and local communities respond?“
  • Jens Berger, Wem gehört Deutschland – Die wahren Machthaber und das Märchen vom Volksvermögen – Westend-Verlag, 12.05.2014
    • „Wem gehören eigentlich die großen Unternehmen des Landes? Wem die Banken? Die Immobilien? Wem gehört Deutschland? Jens Berger geht diesen Fragen nach und präsentiert dem Leser einen schonungslosen Blick hinter die Statistiken. Wussten Sie schon, dass Sie über ein Vermögen von 222.200 Euro verfügen? So hoch ist nämlich das durchschnittliche Vermögen eines deutschen Privathaushalts. Doch mit dem Durchschnitt ist das so eine Sache. Während die Hälfte der Deutschen zusammengenommen gerade einmal 1,4 Prozent des Gesamtvermögens besitzt, befinden sich zwei Drittel des Vermögens im Besitz der obersten 10 Prozent der Bevölkerung. Wie konnte es zu dieser ungleichen Vermögensverteilung kommen, und welche Folgen ergeben sich daraus für unsere Gesellschaft?“ 
  • Thomas Piketty, Das Kapital im 21. Jahrhundert – Verlagsankündigung Beck-Verlag – erscheint im Herbst 2014
    • „Wie funktioniert die Akkumulation und Distribution von Kapital? Welche dynamischen Faktoren sind dafür entscheidend? Jede politische Ökonomie umkreist die Fragen nach der langfristigen Evolution von Ungleichheit, der Konzentration von Wohlstand und den Chancen für ökonomisches Wachstum. Aber befriedigende Antworten gab es bislang kaum, weil geeignete Daten und eine klare Theorie fehlten. In „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ untersucht Thomas Piketty Daten aus 20 Ländern, mit Rückgriffen bis ins 18. Jahrhundert, um die entscheidenden ökonomischen und sozialen Muster freizulegen. Seine Ergebnisse werden die Debatte verändern und setzen die Agenda für eine neue Diskussion über Wohlstand und Ungleichheit in der nächsten Generation. Piketty zeigt, dass das moderne ökonomische Wachstum und die Verbreitung des Wissens es uns ermöglicht haben, Ungleichheit in dem apokalyptischen Ausmaß abzuwenden, das Karl Marx prophezeit hatte. Aber wir haben die Strukturen von Kapital und Ungleichheit nicht in dem Umfang verändert, den uns die optimistischen Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg suggeriert haben. Der Haupttreiber der Ungleichheit – dass Gewinne aus Kapital höher sind als die Wachstumsraten – droht heute vielmehr extreme Formen von Ungleichheit hervorzubringen, die den sozialen Frieden gefährden und die Werte der Demokratie unterminieren. Doch ökonomische Trends sind keine Handlungen Gottes. Politisches Handeln hat ökonomische Ungleichheiten in der Vergangenheit korrigiert, sagt Piketty, und kann das auch wieder tun. „Das Kapital im 20. Jahrhundert“ ist ein Werk von außergewöhnlichem Ehrgeiz, von großer Originalität und von beeindruckendem Rigorismus. Es lenkt unser ganzes Verständnis von Ökonomie in neue Bahnen und konfrontiert uns mit ernüchternden Lektionen für unsere Gegenwart.“
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