Steinbrücks problematische Persönlichkeit

Fällt sie Ihnen nicht auch auf, diese habituell aggressive Persönlichkeitskomponente von Peer Steinbrück? Seine Tendenz zu autoritärem Auftreten, seine apodiktische Argumentationsweise, dieser grimmige Ernst, den er meist ausstrahlt; der ihm eigene Sprachduktus, der ihn zu Metaphern aus dem Militärischen greifen lässt („Kavallerie“), wenn die Kunst der Diplomatie gefragt ist. Anders als beispielsweise Helmut Schmidt fehlt ihm zudem jeglicher Charme, und sein ohnehin seltener Humor ist in der Regel zynisch und bissig.

Diese latent aggressive Ausstrahlung ist es wohl, die Steinbrück auf viele Menschen unsympathisch wirken lässt. Im Ansatz hat er was von Franz Josef Strauss und von Herbert Wehner. Deren Aggressivität war gewiss ausgeprägter und wurde offener zum Ausdruck gebracht, ja gehörte geradezu zum Markenkern. Steinbrück ist in dieser Hinsicht verkappter. Bei ihm kommt jedoch eine Neigung zu Selbstgefälligkeit und intellektueller Arroganz hinzu.

Jedenfalls sind diese Charaktereigenschaften wenig gewinnend und für eine Kanzlerkandidatur keine guten Voraussetzung. Schon gar nicht für das Amt des Bundeskanzlers. Aber das droht wohl auch nicht.

Schade, dass die SPD von einem Kandidaten repräsentiert wird, der nicht nur dem rechten Parteiflügel angehört, sondern dies auch in seinem Persönlichkeitsprofil so deutlich zum Ausdruck bringt.

Siehe auch:
  • Steinbrück bekommt die QuittungBettina Vestring – Frankfurter Rundschau, 09.01.2013
    • „Welche Stichworte assoziieren die Deutschen mit Peer Steinbrück? Forsa gibt die Antwort: Nebeneinkünfte, arrogant, unsympathisch. In den Umfragen stürzen die SPD und ihr Kandidat ab.“
  • Steinbrücks Fall – Denkraum, 11.01.2013
    • „Mit seiner Haltung, ‚ich sage, was ich denke, egal, wie es in der Bevölkerung ankommt‘, zeigt Steinbrück, dass er die mit der Übernahme der SPD-Kanzlerkandidatur verbundene Verantwortung für seine Partei nicht verstanden hat, die auf sein zielführendes Wohlverhalten angewiesen ist.“
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Ein Kommentar

  1. Markus Wichmann

     /  28. September 2012

    Leserkommentar bei Spiegel Online zu meinem dortigen Beitrag:

    „Ich teile Ihre Ansicht zu 100 %. Hinter dieser Aggressivität versteckt er Schwäche. Er hat in Kombination dazu einen massiven Touch von Arroganz. Auch das zeugt von Überheblichkeit und retouchieren von Schwäche. Damit wirkt er wenig authenisch in sozialer Hinsicht. da kann er sagen, was er will! Für weite Bereiche der SPD-Klientel nicht attraktiv und für die „Bürgerlichen“ mit dem Stigma unechten Sozies behaftet! ich denke, Herr Gabriel sieht das auch so und freut sich schon auf die Niederlage seines „Parteifreundes“. ob dann noch ein Ministeramt in einer GrKo dabei für Herrn Steinbrück herauskommt, hängt sicher damit zusammen, ob die SPD > 25% kommt!“

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