Presseschau: …und täglich grüßt die Eurokrise (4)

Aus der Presseschau des Handelsblatt-Newsletters „Finance Today“:

Merkozys Euro-Selbstmord-Pakt

Zum Jahresende ist und bleibt die zentrale Frage der internationalen Medien: Hat Europa noch eine Zukunft? Die » Japan Times gibt den Ökonomen Rückendeckung, deren Einschätzung nach das beim Brüsseler EU-Gipfel unter Federführung von „Merkozy“ geschnürte Fiskalpaket komme einem Selbstmord-Pakt gleich. Es ziele darauf ab, selbstauferlegte Sparsamkeit als Heilmittel einzusetzen, um Schulden abzutragen. Europa riskiere, in einen „teuflischen Kreislauf“ hineingezogen zu werden – trotz Sparmaßnahmen. Im » Handelsblatt blickt Stefan Homburg, Finanzprofessor an der Uni Hannover, pessimistisch in die Zukunft: „Sicher ist: Meine Beerdigungskosten werden nicht in Euro bezahlt werden. Die Eurozone hat keine Zukunft.“ Doch die Krise könne sich gut und gern noch einige Jahre hinziehen.

Europa sei gerade wieder angekommen, wo seine Irrfahrt begonnen habe, stellt die » Wirtschaftswoche fest: in Maastricht. Alle neuen Regeln seien im Gründungspakt zum Euro 1992 schon vorgesehen gewesen. Doch jetzt teile sich die Euro-Zone wieder still und heimlich in nationale Währungsräume auf. „Deutsche Beiträge werden nur in deutschen Vermögenswerten angelegt, spanische nur in Spanien.“ Die Politik verstärke die Desintegration.

Euro-Blues zum Jahres-Finale

Die internationalen Wirtschaftsmedien bilanzieren das Euro-Krisenjahr 2011 und blicken voraus – und überbieten sich dabei im Pessimismus. Wieder mal hätten Europas Führer beim Lösen der Eurokrise versagt, lamentiert der britische » Economist.

Politische statt persönliche Gründe

Jürgen Stark, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, tritt zum Jahresende zurück. Warum eigentlich? Zunächst hieß es: „persönliche Gründe“. In der » Wirtschaftswoche korrigiert sich Stark: „Ich bin nicht zufrieden damit, wie sich diese Währungsunion entwickelt hat.“ Konkreter: Der ungebremste Kauf von Staatsanleihen durch die Währungshüter sei keine Lösung. Weitere Links: » Financial Times » Handelsblatt

Der Griechen-Retter

Horst Reichenbach, Leiter der Task-Force der EU-Kommission für Griechenland, will mit rund 25 Mitarbeitern in Brüssel und einem guten Dutzend in Athen dem Land helfen, die notwendigen Reformen durchzuführen und die brachliegende Wirtschaft anzukurbeln. Reichenbach ist freundlich und zurückhaltend – es sei denn, jemand nennt ihn „Gauleiter“ » Zeit.

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