Denkanstöße aus dem Netz (3)

Externe Themenseiten zu Eurokrise (Denkraum-Blogseite)

Eurokrise:

  • Euro-Länder weiter ohne neuen Plan gegen die Krise – Reuters, 30.11.2011, 15:27 Uhr
    • „In der Euro-Zone wächst die Angst vor dem nächsten Paukenschlag an den Finanzmärkten in der Schuldenkrise. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy forderte in Brüssel eindringlich eine „systemische“ Antwort der Euro-Staaten auf die inzwischen systemische Krise. „Wir haben eine handfeste Vertrauenskrise“, sagte er. EU-Währungskommissar Olli Rehn zufolge läuft der Countdown: In den nächsten zehn Tagen müsse eine Lösung der Krise gefunden werden.“
  • Coordinated central bank action 
to address pressures in global money markets – Presseerklärung der EZB zur gemeinsamen Aktion der Notenbanken – EZB, 30.11.2011
    • „The Bank of Canada, the Bank of England, the Bank of Japan, the European Central Bank, the Federal Reserve and the Swiss National Bank are today announcing coordinated actions to enhance their capacity to provide liquidity support to the global financial system. The purpose of these actions is to ease strains in financial markets and thereby mitigate the effects of such strains on the supply of credit to households and businesses and so help foster economic activity.“
  • Die ruinöse KanzlerinWolfgang Münchau geht mit dem Euro-Krisenmanagement der Bundesregierung hart ins Gericht und sagt uns allen schwere Zeiten voraus – Spiegel, 30.11.2011
    • „Die Chance auf eine bezahlbare Euro-Rettung ist vertan – und schuld ist die Bundeskanzlerin. Angela Merkel wird uns alle ruinieren, weil sie mit ihrem Zaudern die Krise verschärft. Jetzt hat sie nur noch zwei politische Optionen: Bankrott oder Ruin. (…) Es ist die große Ironie des Euro-Desasters: Die Kanzlerin, die sich anschickte, den finanziellen Schaden für Deutschland streng in Grenzen zu halten, hat mit ihrer Politik des Zauderns und des Neinsagens genau das Gegenteil bewirkt. Egal, was jetzt passiert: Es wird ruinös teuer für Deutschland. So oder so. (…)
    • Warum ein baldiger Zusammenbruch wahrscheinlich ist? Große Teile der Finanzmärkte funktionieren überhaupt nicht mehr. Der Markt für Staatsanleihen ist beinahe völlig zusammengebrochen. Auch die Banken hängen erneut am Geldtropf der Europäischen Zentralbank. Ein weiterer Grund ist die sich abzeichnende Rezession.
    • Der Mechanismus des Zusammenbruchs ist der klassische Bank-Run. In einigen Ländern hat der Andrang auf die Banken schon eingesetzt. Wer in Südeuropa lebt und sich gut informiert, hat sein Geld nicht mehr bei griechischen, spanischen oder italienischen Kreditinstituten. Da jeder Staat für seine eigenen Banken haftet, kommt man auch mit Sparpaketen nicht aus der Krise.
    • Aufgrund der Vernetzung der Finanzmärkte würde mit einem Kollaps des Euro ein Großteil der deutschen und französischen Banken und Versicherungen untergehen. Dann käme es wahrscheinlich auch zum Infarkt des internationalen Finanzsystems. Ein gewaltsames Ende des Euro wäre die womöglich größte volkswirtschaftliche Katastrophe aller Zeiten. Wir zählen dann die Kosten nicht mehr in Milliarden. Die Standardeinheit ist dann die Billion. (…) 
    • Der einzige Ausweg, der uns beide Optionen erspart, steht momentan nicht zur Debatte: eine weitreichende Denationalisierung der gesamten Wirtschaftspolitik. Denn wenn man gemeinsame Staatsanleihen auf den Markt wirft, dann sollte man auch die gesamte Bankenaufsicht europäisieren – einschließlich der Einlagenversicherung und der Abwicklung im Fall einer Insolvenz.
    • Die wirtschaftlichen Ungleichgewichte kann man nicht auf nationaler Ebene regeln. Denn wenn ein Land einmal im Konsumrausch steckt, so wie Spanien vor zehn Jahren, dann wird kaum jemand aus eigenem Antrieb die Party beenden. Umgekehrt gilt das auch für Länder wie Deutschland mit stetigen Leistungsbilanzüberschüssen. In einer Währungsunion, die sich zu einer echten Wirtschaftsunion entwickeln will, sollte man exzessive permanente Ungleichgewichte verhindern. 
    • Das Problem unserer Währungsunion – in der Tat jeder Währungsunion – ist nicht allein die fehlende kollektive Haushaltsdisziplin. Es ist vor allem die realwirtschaftliche Anpassung. Da der Wechselkurs als Mechanismus ausfällt, braucht man Alternativen. Zwischen Ländern wie Deutschland und Österreich ist das kein Problem. Sie sind sich strukturell und politisch so ähnlich, dass hier nicht viel koordiniert werden muss. Zur Not kopiert man die Politik des größeren Nachbarn. Wenn man aber Finnland und Griechenland in eine Währungsunion zwingt, dann muss man die Anpassung politisch organisieren. Und das geht nur durch eine weitreichende Übertragung wirtschaftspolitischer Kompetenzen an eine zentrale Behörde.
    • Beim Euro-Gipfel am 9. Dezember wird es nichts dergleichen geben. Noch ist nicht klar, ob Merkel als Retterin oder als Totengräberin des Euro in die Geschichte eingehen wird. So oder so wird sie uns ruinieren.“
  • Europaexpertin Guérot: „Deutschland will kein Zuckerbrot, nur die Peitsche“ – Interview mit Ulrike Guérot, European Council on Foreign Relations (Berlin) – Frankfurter Rundschau, 24.11.2011
    • „Deutschland leistet sich zurzeit eine apolitische und ahistorische Debatte. Die Rechenschiebermentalität, mit der wir derzeit diskutieren, wird Deutschlands Rolle in Europa und der Welt nicht gerecht. Die deutschen Eliten müssten ein Mentalitätswandel vollziehen. Deutschland ist Europa. Kein Land kann die Richtung der EU so bestimmen wie Deutschland. Gleichzeitig ist klar, dass Europa nicht einfach „deutscher“ werden kann, denn das deutsche Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell ist nicht eins zu eins auf andere übertragbar. Wir fahren alle besser damit, wenn wir unsere individuellen Stärken anerkennen, anstatt uns gegenseitig die Schuld zuzuschieben.“

Ökonomie:

  • Deutsche Bank Could Transfer Financial Contagion – Interessante Analyse von Simon Johnson aus amerikanischer Sicht über die schlummernden Risiken bei der „Deutschen Bank“, über deren Unterkapitalisierung und über die Ansteckungsgefahren für das amerikanische Finanzsystem durch die USA-Holding der DB, Taunus Corp. – Bloomberg, 20.11.2011
    • „The German bank (…) is thinly capitalized. Its total equity at the end of the third quarter was only 51.9 billion euros, implying a leverage ratio (total assets divided by equity) of almost 44.(…) Even by modern standards, this is very high leverage. (…) How does such a highly leveraged bank become “well- capitalized”? The answer is that “risk-weighted assets” were 337.6 billion euros as of Sept. 30. But what is a low risk- weight asset in the European context today? Incredibly, it is sovereign debt, which of course is far from riskless at the moment. (…) Why would the Federal Reserve and the new council of regulators known as the Financial Stability Oversight Council allow Deutsche Bank to operate in the U.S. with sky-high leverage — with its huge implied risk to the rest of the financial system? (…) All of this raises troubling questions. Have U.S. bank supervisors really satisfied themselves, through onsite inspections, that Deutsche Bank’s risk weights accurately reflect market conditions and the increasing structural weakness of the euro area? (…) Deutsche Bank and, if necessary, the German government should be required to inject substantially more capital into Taunus. Allowing business as usual is asking for trouble, particularly as Deutsche wants to remain focused on relatively risky investment banking.“
    • Angriffe von Simon Johnson gegen Josef Ackermann sind allerdings nichts Neues. Bereits im April 2011 erregte er Aufsehen, als er in einem Interview mit der taz Ackermann als „einen der gefährlichsten Bankmanager der Welt“ bezeichnete.
      • Ex-IWF-Chefökonom über Bankenkrisen: „Ackermann ist gefährlich“ – Interview der taz mit Simon Johnson, 13.04.2011
        • „Die Banken gehen noch immer waghalsige Risiken ein, indem sie enorme Kredite aufnehmen, denen kaum Eigenkapital entgegensteht.  (…)  Die nächste Krise kommt, sagt Ex-IWF-Chefökonom Simon Johnson – und warnt vor dem Chef der Deutschen Bank. Der setze auf hohe Renditen, weil er weiss, dass der Steuerzahler notfalls haften wird.“
      • «Josef Ackermann ist einer der gefährlichsten Banker der Welt» – Basler Zeitung, 14.04.2011
        • „Ein ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds geht mit dem Schweizer Leiter der Deutschen Bank hart ins Gericht. Die Bank sei «besonders gefährdet, sich selbst in die Luft zu jagen».“
      • Attacke auf Ackermann: Deutsche Bank weist Kritik von Ex-IWF-Chefökonom zurück – Handelsblatt, 14.04.2011
        • „Die Deutsche Bank wehrt sich gegen Kritik des früheren Chefökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF), Simon Johnson, an den Renditezielen des Instituts. Johnson hatte in einem Interview Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann als einen der „gefährlichsten Bankmanager der Welt“ bezeichnet, weil er darauf bestehe, eine Eigenkapitalrendite von 20 bis 25 Prozent zu erzielen.“
  • Melvyn Krauss – Steuer auf Finanztransaktionen ist GiftMelvyn Krauss, Financial Times Deutschland, 26.11.2011
    • An dem naiven neoliberalen Kommentar des amerikanischen Ökonomen gegen die Einführung einer Finanztransaktionssteuer ist nur eines interessant: von den ca. 60 Leserkommentaren zu Krauss‘ Artikel sind 3 zustimmend, der Rest ist empört. Der Mann kommt nicht gut an bei den Lesern der Financial Times Deutschland – ermutigend!

Anders Breivik:

  • „Breivik kann nicht bestraft werden“ – Interview mit Norbert Leygraf, Direktor des Instituts für Forensische Psychiatrie der Universität Duisburg-Essen – Zeit, 30.11.2011
    • „Der Attentäter von Oslo gehört als kranker Mensch in eine Klinik, sagt Psychiater Leygraf im Interview. Trotz Schizophrenie könne Breivik aber sehr wohl logisch denken.“
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