Und täglich grüßt die Eurokrise

Diese besonders aufschlussreichen Analysen und Kommentare zur Eurokrise wurden der Dokumentation heute hinzugefügt:

  • „Der große Irrtum“ – HWWI-Chef Thomas Straubhaar über den Mythos effizienter Finanzmärkte und einen notwendigen Paradigmenwechsel – Financial Times Deutschland, 09.10.2011
    • „Die Ökonomen haben zu lange den Effizienzmythos der Finanzwelt beschworen – auch aus eigenen Karrieregründen. Doch das Meinungskartell bröckelt. Funktionierende Märkte benötigen Gesetze, Regeln und Sanktionen.“
  • * „Merkels Poker“ – Ein kurzer Kommentar von Markus Sievers bringt das riskante Kalkül der Kanzlerin auf den Punkt – Frankfurter Rundschau, 22.11.2011
    • „Die Euro-Krise wütet schlimmer denn je. Angela Merkel will die akute Not nutzen, um die Euro-Zone nach ihren Vorstellungen umzubauen. (…) Wenn sich Europa auf diese neue Währungsunion mit rigiden Kontrollen der Defizitsünder einlässt, wird Merkel sich für das öffnen, wogegen sie sich derzeit heftig wehrt. Damit hat die Kanzlerin ein riskantes Spiel begonnen. Es könnte passieren, dass es die Währungsunion nicht mehr gibt, die sie nach deutschen Plänen stabilisieren möchte.“
  • „Das schlafende Gespenst der Inflation“ – HWWI-Chef Thomas Straubhaar hält die angeblich drohenden Inflationserwartungen für übertrieben, wenn die EZB Staatsanleihen garantiert – Financial Times Deutschland, 22.11.2011
    • „Mit einer beispiellos expansiven Geldpolitik sollen die Euro-Länder vor der Pleite bewahrt werden. Eine Entwertung der Gemeinschaftswährung zeichnet sich jedoch noch nicht ab.“
  • * „Bundesanleihen – Die Schuldenkrise erreicht Deutschland“Martin Hock beschreibt den Ernst der Lage an den Anleihemärkten und deren Hintergründe – FAZ, 23.11.2011
    • „Deutschland gerät nun endgültig in den Strudel der Schuldenkrise: Hatten sich in den vergangenen Wochen die Anleger um deutsche Staatsanleihen gerissen, wurde der aktuelle Verkauf zu einem Desaster.“

  • „Merkel und Barroso auf Konfrontationskurs“ – Zeit, 23.11.2011
    • „Der EU-Kommissionspräsident hat ein Konzept vorgelegt, das eine EU-weite Kreditaufnahme ermöglichen soll. Für Merkel ist dies „außerordentlich bekümmerlich“. Barroso kontert.“
  • „Eurobonds befreien uns von der Kurzatmigkeit der Finanzmärkte“ – Interview mit Prof. Thomas Lux, Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel. – Der Standard, 23.11.2011
    • „Warum gemeinsame Euro-Staatsanleihen unvermeidlich sind und die Zinsen kaum steigen werden. Eurobonds hätten eine stabilisierende und Schulden senkende Wirkung, wenn sie richtig gemacht werden.“
  • * „The Screw Tightens“ – Economist-Blog Free Exchange – Economist, 23.11.2011
    • „One can almost hear the gates clanging: one after the other the sources of funding for Europe’s banks are being shut. (…) The risk of all this is two-fold. For one, banks could stop supplying credit. To some extent, this is already happening. (…) More dangerously, as banks are pushed ever closer to their funding limits, one or more may fail—sparking a wider panic. (…) Europe’s leaders are certainly aware of the dangers—and are working on solutions. But it would not be the first time that their efforts are overtaken by events.“
  • „Faster toward the end“Ryan Avent beschreibt die klaren Anzeichen einer Zuspitzung der Krise – Economist-Blog „Free Exchange“23.11.2011
    • „The bad news out of Europe is coming fast and thick now. (…) The good news, such as it is, is that the stunning German bond-market failure may shock leaders their into recognising their own great vulnerability and pushing for bold initiatives to slow the crisis. The problem is that matters rapidly seem to be spinning out of the control of fiscally limited governments. It will take the power of the printing press to stop the panic. But the ECB seems if anything more reluctant to save the situation than the German government. As Martin Wolf quips today, „the ECB risks being remembered by historians as the magnificently orthodox central bank of a failed currency union“.“
  • „Die Lüge von der Systemrelevanz“ – Nachdenkseiten-Herausgeber Albrecht Müller über subtile Sprachtricks, die unerträgliche Macht des Finanzsystems und einen dringend notwendigen Bürgerpakt dagegen – FAZ, 23.11.2011
    • „Die Finanzwirtschaft hat die Politik im Griff – und warum? Weil jede Bank für „systemrelevant“ erklärt wird. System hat aber nur die Lüge.“
  • * „Es ist die Politik, Dummkopf“Wolfgang Münchau über die Fiskal-Lüge und die Inflationslüge als problemgenerierende deutsche Narrative – Spiegel, 23.11.2011
    • „Wird es der Politik gelingen, den Euro zu retten? Wohl kaum. Damit ist die Katastrophe unausweichlich geworden. Das hat weniger mit wirtschaftlichen Entwicklungen zu tun als mit politischen Narrativen, die sich über Jahre verfestigt haben. (…) Wer Ursache und Wirkung einer Krise missversteht, wird sie nicht lösen. Das ist das eigentliche Problem mit unseren kombinierten Fiskal- und Inflationslügen. Mit Sparen kommt man aus dieser Krise nicht raus. Auch nicht mit Strukturreformen. Erst recht nicht mit falsch motivierten europäischen Vertragsänderungen. Die Krise ist mittlerweile derart weit fortgeschritten, dass ohne die EZB nichts mehr geht. Und ohne Euro-Bonds ebenfalls nicht. Der Grund für den Pessimismus besteht darin, dass wir nur noch wenig Zeit haben, maximal ein oder zwei Monate. Man kann einfach nicht mehr davon ausgehen, dass es der Politik gelingen wird, in dieser kurzen Zeit die verfestigten Narrative zu ändern und dann daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen.
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