Guttenberg – ein Psychopath?

Diese Frage wirft der Bayreuther Staatsrechtler Prof. Oliver Lepsius in einem Interview mit dem Bayrischen Fernsehen auf. Die wesentlichsten Aussagen des Nachfolgers auf dem Lehrstuhl von Herrn zu Guttenbergs Doktorvater:

„Für mich steht außer Frage, dass Herr zu Guttenberg ein Betrüger ist. Er hat planmäßig plagiiert. Er hat eine Collage von Plagiaten angefertigt, über hunderte von Seiten – und er glaubt, er hat es nicht getan. Er stellt eine Dissonanz fest zwischen dem, was er objektiv getan hat und dem, was er subjektiv getan haben will. Das ist absurd.“ (…)

„Jemand schreibt 400 Seiten, und das ist eine Collage, das ist von Anfang an als Collage geplant. Das ist doch kein Versehen. Hier geht jemand bewußt vor. Der Mann hatte einen bewußten Vorsatz des Plagiierens. Mir ist vollkommen schleierhaft, wie er diesen Vorsatz bestreiten kann. Mich würde, darf ich ehrlich sein, die Einschätzung eines Psychologen interessieren, was ein Psychologe zu einem solchen Fall von Wirklichkeitsverdrängung meint.“ (…)

„Die Kanzlerin geht fehl in der Annahme, dass der Doktorgrad irrelevant sei für die Ausführung seines Amtes. Entscheidend ist doch seine Wahrnehmung von dem, was er getan hat, und die divergiert von dem, was er objektiv getan hat. Das ist die politische Dimension dieses Skandals. (…) Das politische Berlin muss sich schon die Frage stellen, ob jemand das Amt eines Bundesministers ausüben kann, der „X“ tut, aber in Abrede stellt, dass er „X“ getan hat. Wer solch eine Selbsteinlassung vornimmt, von dem muss man fragen, wenn er in diesem Fall nicht wusste, was er tut, weiß er es denn in anderen Fällen.“

Auf die Frage nach den Auswirkungen dieses Falles auf die Wissenschaften: „Es ist natürlich erst einmal ein Schock, nicht nur für uns in Bayreuth, sondern ich denke, für die scientific community insgesamt. Es ist auch einfach ein Ausmaß an Dreistigkeit, das wir noch nicht erlebt haben.“

Und auf die Frage nach dem Verbleib von zu Guttenberg im Ministeramt: „Also, als Wissenschaftler wäre der Mann erledigt, das ist gar keine Frage. Es steht mir nicht zu, als Wissenschaftler jetzt politische Konsequenzen zu fordern. Als Staatsbürger freilich möchte ich doch schon sagen, ich wünsche mir Minister, die wissen, was sie tun und ein Verantwortungsgefühl für ihre eigenen Handlungen haben. Und die Art und Weise, wie der Minister in der letzten Woche mit der Causa umgegangen ist, lässt bei mir als Staatsbürger erhebliche Zweifel an seinen charakterlichen Fähigkeiten zur Selbsteinschätzung seiner Handlungen erkennen.“

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2 Kommentare

  1. Bärbel Günther

     /  27. Februar 2011

    Guttenberg ist ein Psychopath der 1. Dimension und er müsste sich sofort in sein „Familienunternehmen“ zurückziehen.
    Artikel gut, Gruß

    Antworten
  1. Guttenberg – ein Psychopath? (2) « Denkraum

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